100 Jahre «Der Zauberberg»

Gesellschaft für deutsche Sprache und Literatur St.Gallen

«Es war einer mehr im Zimmer als vordem.»

Thomas Manns «Der Zauberberg», 1924 erschienen, gilt immer noch als Klassiker des 20. Jahrhunderts. An der Oberfläche eine wahre Schlacht zeitgenössischer Wissensdiskurse, birgt der Roman in seinem Innern die Frage nach dem Verhältnis von erlebter Gegenwart, erinnerter Vergangenheit und sich katastrophisch verdichtender Zukunft. Wie nah aber kommt uns das hier aufgespeicherte Zeitdenken noch? Verstehen wir diesen Text noch - oder sind wir sogar zu seinen Allegorien geworden? Der Vortrag soll in die zentralen Deutungsfragen des «Zauberbergs» einführen, um sodann an konkreten Beispielen die mentalitätsgeschichtliche Zensur herauszuarbeiten, die sich mit Manns Roman verbindet – und die uns bis heute auf uns wirkt.

Philipp Theisohn ist Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Zürich und Direktor des Zentrums für literarische Gegenwart an der Universität Zürich. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen unter anderem die Literaturen der Schweiz.

Eintritt: 10.00 CHF / Mitglieder der GdSL gratis

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